Wie oft hast du Dinge nicht angesprochen, aus Angst den Partner zu verletzen? Wie oft hast du Dinge unter den Teppich gekehrt um Streit zu vermeiden? Wie oft hattest du das Gefühl, dass dein Partner und du einfach nicht dieselbe Sprache sprechen? Kommunikation. Die Lösung scheint denkbar einfach: Alles ansprechen was einem auf dem Herzen liegt. Klingt simpel, aber ist es das wirklich?

Laura und Jakob, die ich im vergangenen Jahr in meinem Podcast interviewen durfte, sagen hierzu ganz klar: Ja. Sie sind im Alter von 13 und 14 Jahren zusammengekommen und mittlerweile seit 15 Jahren glücklich mit ihrer Beziehung. Die ersten fünf Jahre hiervon haben sie ihre Beziehung als Fernbeziehung geführt. Natürlich stellt auch die Distanz die Kommunikation auf eine Probe und ist definitiv eine Herausforderung – aber auch ein gutes Training. Denn die Beiden haben es geschafft in dieser Zeit sehr regelmäßig – und trotz aller Widrigkeiten – zu telefonieren. Jeden Abend. Das Telefonat haben sie hierbei als festen und unumstößlichen Termin behandelt. Weil es ihnen beiden wichtig war. Darin waren sie sich einig.

Sie haben es trotz 700 km Entfernung geschafft sich gemeinsam eine solide Basis, ein sicheres Fundament für ihre Beziehung aufzubauen. Jedoch war nicht immer alles rosig und auch in ihrer Beziehung gab es Zeiten in denen Zweifel aufgrund der Entfernung aufkamen und sie das eine oder andere Mal kurzzeitig getrennt waren. Das hielt die beiden jedoch nicht davon ab auch während sie getrennt waren zu telefonieren. Das Gefühl und die Zugehörigkeit zueinander waren stärker und so fanden die beiden trotz erschwerter Umstände immer wieder den Weg zueinander.

Die beiden hatten schon damals einen unglaublich großen Willen das zusammen zu schaffen, die gemeinsame Zukunft immer im Blick. Sie waren sich schon damals sicher, dass sie nur einander als Partner an ihrer Seite haben möchten. Zwischen den beiden herrschte von Anfang an eine große Offenheit, sie haben sich alles erzählt – jeden Gedanken und jedes Gefühl.

Was kann also jeder Einzelne hieraus lernen? Gerade in einer Fernbeziehung ist es umso wichtiger wirklich regelmäßig miteinander zu reden. Denn es kann durchaus passieren, dass du den Partner in dieser Beziehungsform tage- oder sogar wochenlang nicht bei dir hast. Dadurch, dass Laura und Jakob sich alles erzählt haben, haben sie – auch wenn sie nicht am selben Ort waren – doch irgendwie ihren Alltag geteilt. Wenn sie sich gegenseitig besucht haben, haben die beiden auch live den Alltag des jeweils anderen mitbekommen. Dadurch haben sie ein besseres Verständnis davon bekommen wie der Alltag ihres Partners aussieht.

Die beiden haben unheimlich viel kommuniziert und sich dabei auch nicht verschont.Was meine ich damit? Sie haben sich gemeinsam von Teenagern zu Erwachsenen entwickelt. Sie sind zusammen gewachsen, innerlich und äußerlich. Dadurch, dass sie so gut die Stärken und Schwächen des jeweils anderen kennen gelernt haben, wuchs das Verständnis füreinander natürlich auch.

Sie wussten bei manchen Themen bereits vorher, dass wenn sie dieses Thema ansprechen, eine Diskussion oder Streit entstehen wird. Der Unterschied zwischen den beiden und anderen Beziehungen ist, dass sich die beiden nicht verschont haben. Sie sagten sich selbst: „Wenn ich das Thema jetzt anspreche, gibt es einen Streit. Aber ich muss es tun!“– und sie taten es. Immer und immer wieder. Beiden ist es wichtig über alles reden zu können. Und wenn durch das Ansprechen des vermeintlichen Streitthemas tatsächlich ein Streit entbrannte, dann haben die beiden darüber geredet – teilweise bis zu drei Abende lang (per Telefon), bis die Sache zwischen den beiden geklärt war. Den Mut, den sie dadurch bewiesen haben finde ich persönlich absolut bewundernswert.

Laura und Jakob haben unheimlich viel Geduld und Durchhaltevermögen bewiesen. Und genau das braucht es auch, um schwierigen Themen nicht aus dem Weg zu gehen oder diese unter den Teppich zu kehren. Sie haben die Dinge angesprochen die sie bedrückten. Und das zeitnah. Auf diese Art konnten sich gar keine unterschwellige Unzufriedenheit ansammeln, die viel zu häufig in Beziehungen für Zündstoff sorgt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn diese unausgesprochenen Dinge köcheln meist vor sich hin, bis nur noch ein Tropfen fehlt, der das Fass letztendlich zum Überlaufen bringt. Doch soweit muss es natürlich überhaupt nicht kommen – wie Laura und Jakob eindrucksvoll beweisen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine gemeinsame Vision. Was willst du erreichen? Für dich selbst? In deiner Beziehung? Laura und Jakob haben sich beispielsweise zusammen hingesetzt und gemeinsam ihre Werte herausgefunden. Dadurch haben sie nicht nur ehrliches Interesse am Gegenüber bekundet, sondern auch das Verständnis füreinander extrem verbessert. Warum reagiert mein Partner so wie er reagiert? Warum ist es ihm wichtig? Was will ich und warum will ich das? Die beiden finden es extrem wichtig das nicht nur über sich selbst zu wissen sondern auch über den Partner. Laura sagt ganz klar: „Wenn ich weiß warum er das tut, brauche ich mich nicht mehr darüber aufregen. Oder wir sprechen darüber und versuchen einen Kompromiss zu finden.“ Zu ihrer gemeinsamen Vision gehört mittlerweile auch ein gemeinsames Business, das sie mit großer Leidenschaft betreiben. Zusammen arbeiten zu können ist für beide ein riesiges Geschenk – genauso ist es mit ihrer gemeinsamen Zeit.

Meine beiden Podcast-Gäste gaben zum Ende des Interviews noch einen sehr wertvollen Tipp mit auf den Weg: Selbstreflektion ist die Kommunikation mit sich selbst. Wie klingt es für dich, wenn du mit deiner Eigenkommunikation anfängst und dich mit dir, deinen eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen befasst? Wie soll ein Partner den Weg mit dir gemeinsam gehen wenn du nicht weißt, wo du hinmöchtest? Hast du darüber einmal nachgedacht? Falls nein, lade ich dich herzlich dazu ein dies zu tun.

Laura und Jakob zeigen wirklich eindrucksvoll wie das Beziehungsleben – auch als Fernbeziehung – funktionieren kann. Beide sagen heute noch über ihre Beziehung, dass für sie das Wichtigste ist, dass sie jeden Gedanken miteinander teilen können – und sei er noch so unwichtig. Aber natürlich spielt auch ihre gemeinsame Vision eine tragende Rolle. Beides zusammen ergibt das Fundament ihrer Beziehung.

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