Leider ist es in unserer Welt Gang und Gebe, dass sich Menschen untereinander streiten und in Konflikte geraten. Ob in einer Beziehung, innerhalb der Familie, zwischen Freunden, Klassenkameraden oder Arbeitskollegen. Es gibt unzählige Ausprägungen und doch gibt es einen Faktor, der in allen Konflikten wiederzufinden ist. Die Beteiligten kennen die eigentliche Ursache des Konflikts nicht. Zwar werden Argumente oder gar verletzende Ausdrücke ausgetauscht, jedoch ist dies meist weder begründet, noch führt es zur Lösung des Konflikts. Im Folgenden möchte ich die – meiner Meinung nach – drei wichtigsten Aspekte aufführen, die bei jedem Konflikt betrachtet werden sollten, um sich Klarheit über den Streitursprung zu schaffen.

 

  1. Projektion der eigenen Gefühlslage

 

Viele Streitigkeiten werden aufgrund eigener Unzufriedenheit bzw. von unangenehmen Gefühlen angezettelt. Beispielsweise ist ein typisches Streitszenario eine Meinungsverschiedenheit am Abend zwischen Lebenspartnern, nachdem beide einen harten und möglicherweise weniger erfolgreichen Arbeitstag hinter sich haben. Die Unzufriedenheit über das Nichterreichen diverser gesteckter Ziele wird am Abend auf den Lebenspartner projiziert und die aufgestauten Gefühle wie beispielsweise Verzweiflung und der Angst vorm Scheitern äußern sich in Form von Trauer und Wut. Kleinigkeiten beim Gegenüber, dessen Verhalten oder in seiner Umgebung, die im Normalfall keinerlei Rolle spielen oder in normaler Art und Weise besprochen werden könnten sind plötzlich der Grund dafür, eine unangenehm geführte Diskussion zu führen. Auch Dinge wie unachtsame Verkehrsteilnehmer, eine nicht zufriedenstellende Note oder eine Äußerung einer anderen Person reichen oftmals aus, um ein inneres Feuer zu entfachen, das nur darauf wartet, sich zu verbreiten. Sei dir also bewusst, was den tatsächlichen „Grund“ für einen aufkommenden Konflikt darstellt und analysiere in diesem Zuge, ob tatsächlich eine Diskussion oder gar ein Streit zustande kommen muss.

 

  1. Es gibt keine Wahrheit

 

Dieser Punkt muss ebenso komplett verinnerlicht werden, um ihn effektiv anwenden zu können. Ein Konflikt entsteht deshalb, weil die eigene Meinung nicht mit der des Gegenübers übereinstimmt. Die Frage, die sich nun stellt ist, warum zwei verschiedene Meinungen zustande kommen.

Jeder Mensch hat eine individuelle Reise hinter sich. Verschiedene Erlebnisse und Erfahrungen, die unterschiedliche Erziehung durch die Eltern und die daraus entstehenden Glaubenssätze und Verhaltensweisen, Bildung und der Kontakt zu anderen Menschen kreieren die Meinungen einer individuellen Person zu verschiedenen Themenbereiche. In Anbetracht dieser Tatsache ist es sehr unwahrscheinlich, dass zwei Menschen zu allen Themenbereichen die gleiche Meinung besitzen.

Da also somit keine einheitliche Meinung und Sichtweise entsteht, existiert folglich auch KEINE Wahrheit, die entscheidet, wer in einem Konflikt im Recht ist. Die Beteiligten müssen sich also – sofern dies überhaupt möglich ist – entweder in die Perspektive des Gegenübers versetzen und versuchen zu verstehen, oder aber die Meinung des Anderen aufmerksam aufnehmen und akzeptieren. Das soll nicht heißen, dass der Andere Recht oder Unrecht hat. Allerdings fördert ein gegenseitiges Verständnis die Findung einer Lösung bzw. eines Kompromisses oder beendet einen Konflikt, der unnötig ist oder keine Lösung zulässt.

 

  1. Kontrolliere deine Gedanken

 

Unterschätze niemals die Macht deiner Gedanken. Um Buddha zu zitieren. „Du bist, was du denkst“. Was sich abstrakt anhört ist im Grunde genommen eine logische Abfolge, die in der Existenz deiner Gedanken beginnt. Deine Gedanken spiegeln sich in Form von deinen Gefühlen. Deine Gefühle begründen dein Handeln. Dein Handeln formt deinen Charakter und dein Charakter begründet dein Schicksal.

Wenn du also mit einer gewissen Skepsis oder gar der Annahme, dass es in einem Konflikt endet, in eine Situation hineingehst, so wird sich diese entsprechend entwickeln, dass deine Gedanken zur Realität werden. So manches klärendes Gespräch scheitert, da beide Gesprächspartner der Meinung sind, dass mit dem jeweils anderen nicht „normal gesprochen“ werden kann. So manche Beziehungskonflikte entstehen, da frühere Streitigkeiten zu Gedanken wie „Das endet sowieso wieder im Streit!“ führen. Beginne immer bei dir selbst. Übernimm die Verantwortung und passe deine Gedanken entsprechend an. Führe einen positiven und optimistischen Lebensstil, sei Herr deiner Gedanken und du wirst staunen, wie wenig Konflikte entstehen werden.

 

Versuche, die 3 Aspekte zu verinnerlichen und so mancher Konflikt wird sich in Luft auflösen. Und bei den Konflikten die bleiben, denke daran: Es gibt keine Probleme, es gibt lediglich schwer zu lösende Aufgaben.

 

Ich wünsche einen erfolgreichen Start in die Woche, mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen und alle Ziele erreicht werden.

 

Dein Stefan

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.